Durch unsere Paris Hilton Story sind wir gestern erst sehr spät in LA nach San Diego/Tijuana aufgebrochen. Eigentlich waren wir schon so müde, dass wir kurz vor der Mexikanischen Staatsgrenze am nächstbesten Motel Halt machen wollten.
Wir einigten uns schließlich auf ein "nur mal schnell gucken!" und haben mit unserem Mustang direkt die Grenze angesteuert, die wir ohne jegliche Kontrolle passieren konnten. Keine 2 Minuten später waren wir in Downtown Tijuana - und nur eine 1 Minute später standen wir mit erhobenen Händen am Straßenrand und sprachen eines unserer letzten Gebete.
Kein Witz. Uns hat ein Mexikanischer Streifenwagen mit vier Cops zum Anhalten gebracht. Sehr aggressiv wurde uns befohlen, unsere Papiere zu zeigen und das Auto zu verlassen. Es folgte eine sehr umfassende und ziemlich schmerzvolle Leibesvisitation. Danach wurden Joe und ich getrennt und von jeweils zwei Cops verhört.
Das Ganze ging eine Weile hin und her, bis dann klar war, was wir verbrochen hatten: Nichts. Bis auf die Tatsache, dass wir einen Mietwagen von Hertz dabei hatten und dass daher nicht geklärt sei, ob wir diesen nicht illegal ins Land gebracht hätten.
Die Cops stellten uns vor die Wahl: Abführung in Handschellen und eine Übernachtung im Knast oder 1000$ Schmiergeld.
Joe und ich sahen keine echte Chance, die Situation irgendwie zu retten. Wir konnten nicht einschätzen, wie weit sie wirklich gehen würden. Also gingen wir auf den Deal ein - und handelten sie noch auf 300$ runter.
Klar, dass wir nicht genügend Bargeld dabei hatten. Der nächste Geldautomat war einige Häuserblocks weiter. Joe sollte beim Wagen bleiben, ich sollte das Geld auftreiben. Die nächste Stufe der Rip-off-Falle? Wir wussten es nicht, hatten aber auch keine Idee, was wir stattdessen tun sollten.
Einer der Cops begleitete mich dann mit gezogener Waffe durch eine enge Häuserschlucht zur nächsten Straße (shortcut). Dort war dann ein ATM. Am Geldautomat gesellten sich schnell zwei Mexikaner zu mir, die mir sehr genau erklärten, wie das Gerät funktioniert. Klar, was die beiden vorhatten. Aber ich wusste ja, dass der Cop um die Ecke stand - und hob die maximale Summe ab.
Auf dem Rückweg - in der Häuserschlucht - erfolgte dann die Geldübergabe.
Joe wartete derweil mit den anderen drei Cops am Wagen und hielt die Stellung. Zwei Cops wühlten die ganze Zeit unseren Wagen durch. Und der dritte erklärte Joe, dass wir nach der "Aktion" gemütlich ein Bier trinken gehen sollten ("Chicks and beer are really cheap!"). Und wenn wir nochmal von der Polizei angehalten werden würden, sollten wir einfach sagen, dass wir "schon gezahlt hätten".
Und so durften wir schließlich wieder in den Wagen einsteigen und weiterfahren.
Der gar nicht so lustige Klassiker.
Wir fragen uns gerade, ob Mexiko nicht eh zu klein für uns ist - und auch zu teuer (3 Minuten = 300$).
To be continued. joe und vito.
P.S.: Siehe auf dem Foto die "Tijuana-Schleife".